Am Fuße der Koralpe, im kleinen Dorf St. Ulrich an der Goding, befindet sich in idyllischer Lage das Heimathaus Deiser.
Ein kleines, schlichtes Holzhaus, in dem wertvolle Zeugnisse der Geschichte des Lavant- tales und seiner Bewohner aufbewahrt und für kommende Generationen erhalten werden. Es birgt zahlreiche Kunst- und Gebrauchsgegenstände, Werkzeuge und Vorrichtungen, die im Leben der ländlichen Bevölkerung eine wesentliche Rolle gespielt haben.
Der Gründer des Heimathauses, Fidelius Deiser, machte seine ursrpüngliche Leidenschaft für das Kulturgut des Landlebens zur Lebensaufgabe, zur Berufung.
Schon als Kind, er wurde am 2. Dezember 1897 in Wörgl/Tirol geboren, war er von der Traditionspflege in seiner Heimat beeindruckt. Die Trachten, Musikkapellen und Brauchtumsgruppen, die bei besonderen Anlässen wie Festumzügen und Jubilämusfeiern Szenen aus dem Landleben darstellten, erweckten sein besonderes Interesse.
Die Gerätschaften, mit denen bäuerliche Tätigkeiten der damaligen Zeit lebendig veran- schaulicht wurden, waren ihm von Anfang an vertraut. Er wirkte auch selbst bei der Organisation solcher Brauchtumsveranstaltunen mit und erweiterte sein Wissen um die Volkskultur auch durch das Studium der entsprechenden Literatur.
Seine Lebensgeschichte führte ihn schließlich in das Lavanttal, wo er diese Kenntnisse bei der Zusammenstellung der ständig wachsenden Sammlung fruchtbar anwenden konnte. So entstand im Laufe der Zeit das inzwischen weit über die Grenzen des Tales und des Landes hinaus bekannte "Heimathaus Deiser". Er selbst war bei Alt und Jung talauf und talab als d e r "Trachtenvater" mit der Pfeife im Mundwinkel bekannt und beliebt.
Beinahe zu allen Ausstellungsgegenständen wusste er unterhaltsame Geschichten und Zusammenhänge zu erzählen und die Besucher so auf geheimnisvolle Weise in längst ver- gangene Zeiten zu entführen.
Aber auch das Heimathaus selbst hat eine durchaus "bewegte" Geschichte, wurde es doch dreimal ab- und an anderer Stelle wieder aufgebaut.
Seit 1960 hat die umfangreiche Sammlung der nach seiner eigenen Aussage "nutzlosen Dinge" bei tausenden Besuchern aus aller Welt großes Interesse erweckt.
In einer Zeit des immer rascher sich ändernden Lebens stellt dieses Lebenswerk somit einen Meilenstein der Volkskultur von unschätzbarem Wert dar, der es verdient, wieder ins Bewusstsein der Gegenwart gerückt zu werden.
Weitere Bilder über das Heimatmuseum folgen demnächst.
Ein besonder Dank für die Möglichkeit zu diesen Aufnahmen gilt den jetzigen Besitzern des Heimathauses, der Familie Fröschl. Sie stellte mir auch schriftliche Unterlagen als Information zur Verfügung.
Quelle:
" Das Heimathaus Deiser erzählt über die Herstellung und die Verwendung von Blaudruckmodeln aus längst vergangenen Zeiten" (Diplomarbeit von Frau Margret Sturm aus dem Jahr 1990, Päd. Akademie der Diözese Graz-Seckau)
Ein herzlichen Dank auch unbekannter Weise an Frau Margret Sturm.
Besichtigung und Besuch des Heimathauses
SZ Lavanttaler Online