Arnoldstein: Europameister im Klimaschutz
Arnoldstein lebt rauchfrei auf Rekordkurs. Die Kärntner Gemeinde an der Grenze zu Slowenien und Italien wurde vom Umweltverschmutzer zum Klimaschützer und ist mit 98% Europameister bei den Fernwärmeanschlüssen. Bei der 17. österreichischen Klimabündnis-Jahreskonferenz wurden aber auch andere gefeiert. Höhepunkt war die Verleihung des Energy Globe Awards bei der fünf Kärntner Klimaschutz-Projekte ausgezeichnewurden.
Unter dem Motto „Grenzenloser Klimaschutz“ haben sich neben Bischof Dr. Alois Schwarz und Superintendent Mag. Manfred Sauer über 300 Leute aus dem Alpen Adria Raum im Kulturhaus Arnoldstein versammelt.
Den Startschuss gab Bestsellerautorin Christiane Grefe, die die Zusammenhänge zwischen Finanzströmen, Ressourcenknappheit und Klimaproblematik offen legte. „Das Klimaproblem ist „die Summe aller Fehler“. Die Finanzströme und der Kampf um die Ressourcen dürfen nicht voneinander isoliert betrachtet werden. Wir brauchen einen Klimawechsel“, so die Autorin vom Bestseller „Der globale Countdown“. Wie dieser Klimawechsel aussehen muss, wurde zwei Tage lang präsentiert. Und das grenzenlos. SchülerInnen aus Tarviso, Kranjska Gora und Arnoldstein malten gemeinsam ein Regenwald-Bild und überreichten dies an eine Delegation aus dem Rio Negro in Brasilien. „Das Regenwald-Bild symbolisiert die EINE WELT, auf der wir ALLE leben“ – so die Botschaft der SchülerInnen.
„Anstatt im Treibhaus der Worte zu leben haben die Menschen von Arnoldstein ihre Kamine eingemottet und leben nun rauchfrei. Arnoldstein hat es geschafft vom Negativimage des Umweltverschmutzers zum Klimaschützer zu mutieren. Das ist natürlich ein Grund, Gäste aus nah und fern einzuladen“, erklärte stolz Bgm. Erich Kessler zur Eröffnung der 17. österreichischen Klimabündnis Jahreskonferenz.
Energy Globe für fünf Kärntner Klimaschutz-Projekte
Dass klimagerechtes und kostengünstigeres Wohnen möglich und schon Praxis ist, zeigten anschließend erlesene ExpertInnen. Im Rahmen des Energy Globe Kärnten wurden fünf Klimaschutz-Projekte prämiert. „Die Vielfalt der Preisträger - vom Biobauern bis hin zur Stadt Kötschach-Mauthen zeigt, wie vernetzt das Thema Klimaschutz ist. Diesen Weg müssen wir weitergehen“, freute sich LR Mag. Nicole Cernic bei der Preisübergabe.
Die Klimazukunft liegt aber auch im Genuss. Vermittelt wurde dies durch die außergewöhnliche Verköstigung: Sie war zu 100 % BIO & FAIR TRADE. „So ein Essen tut dem Weltklima gut, denn Bio & Fair Trade-Esskultur dient dem Klimaschutz, der Einhaltung der Menschenrechte, der artgerechten Tierhaltung und natürlich unserer Gesundheit“, erklärten KöchInnen aus aller Welt unter Leitung von Almut Knaller, deren Genüsse bei den Besucherinnen und Besucheren großen Anklang fanden.
„Verköstigt“ wurde der Klimawandel dann auch am Beispiel des Weinbaus in Arnoldstein/Österreich, Koper/Slowenien & Cormons/Italien. Die Anpassung der Pflanzen an den Klimawandel ist zumindest beim Arnoldsteiner Wein bestens gelungen.
„Die Zeit zu handeln ist gekommen!“, so unisono die Botschaft der Wissenschaftler Wolfgang Otruba und Markus Kottek. Besonderen Anklang fand „Die Klimashow“ von Andreas Ulbrich. Das Puppentheater deckte auf lustige Art die ernsten Hintergründe zum Thema Klimaschutz auf und präsentierte auch gleich die Lösungen dazu.
Lokaler Klimaschutz mit lokalen ExpertInnen
Trotz der internationalen Ausrichtung gab es ein Novum bei der Konferenz. Bis auf Christiane Grefe stammten alle ReferentInnen aus der Region. „Das Wissen für effizienten Klimaschutz ist im höchsten Maße bereits in den Regionen Europas angekommen. Jetzt heißt es die Ärmel aufzukrempeln und globale Verantwortung zu übernehmen indem wir lokal klimaaktiv werden, so das Resumee der Veranstalter vom Klimabündnis Christian Salmhofer und Wolfgang Mehl. Der Sonne entgegen ging es dann bei der Exkursion zum Abschluss der Konferenz. Auf der Kanzelhöhe hoch über Villach liegt nämlich das das einzige Sonnenobservatorium Europas. „Wir haben hier rund um die Uhr ein Auge auf unseren Lebensspender Sonne. Wir herunten auf der Erde müssen lernen mit ihren Kräften umzugehen. Dann schaffen wir den Umstieg von der fossilen zur solaren Kultur, so der Sonnenforscher Wolfgang Otruba.
Fotos von allen Aktivitäten schicken wir ihnen gerne auf Anfrage
Das gesamte Programm können sie herunterladen unter: http://doku.cac.at/konferenz_folder.pdf